Vom MBAI in die Praxis: Mein Ansatz für KI-Projekte
Was ich im MBAI gelernt habe und wie ich es in Kundenprojekten anwende: Piloten sauber aufsetzen, Strategie ganzheitlich denken, den richtigen Mindset mitbringen. Praxisnah statt PowerPoint.
Das Wertvollste am MBAI war für mich kein Tool und kein Zertifikat, sondern eine saubere Methode, KI-Projekte anzugehen. Und die größte Lektion hat genau das bestätigt, was ich schon vorher gepredigt habe: Fang nicht mit dem Tool an, und warte nicht auf perfekte Daten. In meinem ersten Beitrag zum MBAI ging es darum, was die Weiterbildung überhaupt bringt. Hier wird es konkret: wie ich das Gelernte in echten Kundenprojekten anwende.
Kurz zur Einordnung: Das MBAI ist eine berufsbegleitende Weiterbildung rund um KI im Unternehmen, die ich bei Leaders of AI in Kooperation mit der Hochschule Fresenius mache. Die folgenden drei Bausteine sind meine eigene, praxiserprobte Adaption der Ansätze von dort, zugeschnitten auf das, was im Mittelstand wirklich funktioniert.
Baustein 1: Den Piloten sauber aufsetzen, bevor er startet
Die meisten KI-Piloten scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass vor dem Start zu wenig geklärt wurde. Im MBAI habe ich eine bewusst simple Pilot-Struktur schätzen gelernt, und genau so setze ich heute jeden Kundenpiloten auf. Sieben Dinge stehen fest, bevor auch nur ein Tool ausgewählt wird:
- Ein klares Ziel: Welches Problem lösen wir konkret?
- Eine feste Dauer für die Pilotphase, damit es nicht ewig läuft.
- Ein Team mit einem klaren Verantwortlichen, dem AI Champion.
- Das passende Tool, aber erst an dieser Stelle, nicht am Anfang.
- Die nötigen Skills: Wie bauen wir das fehlende Wissen auf?
- KPIs: Woran messen wir, ob es etwas gebracht hat?
- Routinen: Wie teilen wir Fortschritt und Learnings im Team?
Das deckt sich fast eins zu eins mit den Fragen, die ich ohnehin vor jedem Projekt stelle. Wer tiefer einsteigen will, findet sie hier: Die 7 Fragen vor jedem KI-Projekt. Der wichtigste Punkt ist der AI Champion. Ohne einen Menschen, der den Piloten trägt und danach in den Regelbetrieb bringt, verpufft auch das beste Ergebnis.
Baustein 2: KI-Strategie ganzheitlich denken, nicht nur technisch
Der zweite große Aha-Moment war, wie breit eine KI-Strategie gedacht werden muss. Es geht eben nicht nur um Technologie. Dazu gehören die Vision und die Ziele, die betroffenen Prozesse und Abteilungen, die Menschen und ihre Skills, klare KPIs, die Themen Ethik und Datenschutz sowie das Change Management. Erst wenn diese Ebenen zusammenspielen, entsteht aus einem Pilotprojekt echte Wirkung.
Genau diese Ganzheitlichkeit steckt in meinem Beratungsansatz. Mein KI-Reifegrad-Check schaut deshalb nicht auf die Anzahl der Tools, sondern auf genau diese Dimensionen: Strategie und Verankerung, Daten und Systeme, Anwendung und Use Cases, Menschen und Enablement, Governance und Sicherheit. So wird sichtbar, wo ein Unternehmen wirklich steht und wo der größte Hebel liegt. Und weil gerade Datenschutz und klare Leitplanken oft unterschätzt werden, habe ich sie unter Vertrauen, Sicherheit und Datenschutz gesondert zusammengefasst.
Baustein 3: Der richtige Mindset, gerade bei Führungskräften
Der dritte Baustein ist der unterschätzteste. Im MBAI gibt es einen kleinen Selbstcheck zum eigenen KI-Leadership-Mindset, und zwei typische Denkfehler sind mir besonders hängen geblieben, weil ich sie in fast jedem Unternehmen sehe: erstens mit dem Tool anfangen, statt zuerst das Problem zu definieren. Zweitens auf perfekte Daten warten, bevor man überhaupt startet.
Beide Denkfehler kosten Zeit und Geld, ohne dass etwas entsteht. Die Gegenhaltung ist einfach zu benennen und schwer zu leben: Neugier statt Perfektionismus, Mut zum Experiment und die Bereitschaft, KI selbst zu nutzen, auch als Führungskraft. Denn ein Team wird KI nur ernst nehmen, wenn die Führung sie selbst versteht. Genau daran arbeite ich in meinen KI-Workshops für Unternehmen: nicht nur Prompts zeigen, sondern die Haltung und das Urteilsvermögen aufbauen, mit dem Teams KI sinnvoll und sicher einsetzen.
Wie ich Unternehmen damit konkret weiterhelfe
Aus diesen drei Bausteinen wird in der Praxis ein klarer Weg. Zuerst eine ehrliche Standortbestimmung: Wo steht ihr über alle Dimensionen hinweg? Dann die Auswahl eines klar abgegrenzten Piloten mit echtem Problem, klarem Verantwortlichen und einer Zahl, die sich verbessern soll. Danach die Umsetzung mit menschlicher Kontrolle an den richtigen Stellen, und parallel der Aufbau von Mindset und Skills im Team, damit es nicht bei einem einzelnen Projekt bleibt.
Das ist der Kern von dem, was ich als KI-Berater mache: nicht das nächste Tool verkaufen, sondern Problem, Prozess und messbare Wirkung in den Mittelpunkt stellen. Warum reine Nutzung dabei noch keine Wirkung bringt, habe ich hier beschrieben: Warum KI-Nutzung noch keine Wirkung bedeutet. Und wie diese Methodik in meiner Zusammenarbeit aussieht, findest du unter KI-Beratung.
Übrigens: Für ein kostenloses Erstgespräch erreichst du mich einfach über das Kontaktformular. Lass uns unverbindlich austauschen, ich freue mich.
Häufige Fragen
Was ist das MBAI?
Das MBAI ist eine berufsbegleitende Weiterbildung rund um den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Ich absolviere es bei Leaders of AI in Kooperation mit der Hochschule Fresenius. Es verbindet Strategie, Umsetzung und Leadership rund um KI.
Muss mein Unternehmen so eine Weiterbildung machen, um KI einzuführen?
Nein. Für den Einstieg brauchst du keine akademische Ausbildung, sondern eine saubere Methode und idealerweise einen erfahrenen Sparringspartner. Genau dafür sind ein KI-Reifegrad-Check, ein klar aufgesetzter Pilot und ein Workshop für dein Team der pragmatische Weg.
Womit sollte ich anfangen?
Mit einer ehrlichen Standortbestimmung und einem klar abgegrenzten Problem, nicht mit einem Tool. Kläre, welcher Prozess am meisten Zeit oder Geld kostet, welche eine Zahl sich verbessern soll und wer den Piloten verantwortet. Danach kommt die Toolauswahl, nicht davor.
Weiterführende Links
Auf dieser Seite: Die 7 Fragen vor jedem KI-Projekt, Warum KI-Nutzung noch keine Wirkung bedeutet, KI-Beratung, KI-Workshop für Unternehmen und Vertrauen, Sicherheit und Datenschutz.
Die im MBAI verwendeten Methoden und Vorlagen sind geistiges Eigentum von Leaders of AI. Dieser Beitrag gibt meine persönlichen Learnings und meinen eigenen, adaptierten Ansatz wieder und stellt keine offizielle Aussage von Leaders of AI oder der Hochschule Fresenius dar.
Quellen
- MBAI – Masterclass Business with AI — Leaders of AI
- MBAI – Masterclass Business with AI — Hochschule Fresenius
